Begriffsklärung Handelssystem

2. November 2008

Der Begriff Handelssystem hat drei wesentliche Bedeutungen, die sich in der Praxis zum Teil überschneiden. Im Folgenden werden diese drei Bedeutungen deshalb näher beleuchtet. 

  • Ein „Handelssystem“ wird als eine Reihe von Regeln und Algorithmen (ein Rechenmodell) verstanden, welches Informationen über den “richtigen” Zeitpunkt für Kauf / Verkauf eines Wertpapiers/Derivates liefert. Es generiert Handelshinweise und kann sowohl manuell als auch  computerunterstützt verwendet werden. Unter “einem Handelssystem ist ein Regelwerk zu verstehen, durch das festgelegt ist, unter welchen Umständen der Benutzer des Handelssystems bestimmte Aktionen am Kapitalmarkt veranlasst.”[1] 
  • Ein elektronisches Handelssystem ist ein Computersystem, welches z.B. eine Börse für den automatisierten Handel mit und die automatisierte Abwicklung von den Standardwerten der Börse zwischen den einzelnen Börsenteilnehmern zur Verfügung stellt (z.B. Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse). Um diverse alternative Handelssysteme abdecken zu können, stellt Böhme[2] fest, „Handelssysteme sind (…) über die Existenz eines trade- bzw. order execution-Mechanismus zu begründen, wenngleich sie in der Regel darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Transaktionsleistungen vollbringen“.  
  • Im Bereich Treasury der Finanzinstitute steht der Begriff Handelssystem für ein Computersystem, in dem sämtliche Geschäftsabschlüsse systematisch erfasst werden. Ein solches System verfügt über eine Funktionalität, die ein Händler für den Handel und die Überwachung seiner Positionen braucht. Darüber hinaus muss dieses System mehreren umfangreichen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen entsprechen[3].

Da man häufig mit dem englischen Begriff Front-Office den Handelsbereich in der Treasury bezeichnet, wird das Handelssystem auch Front-Office-System genannt. Aufgrund seiner Funktionalität wird für Handelssysteme auch gelegentlich der Begriff Positionsführungssystem verwendet. Das Ziel des Handelssystems ist es, die Arbeit des Händlers zu unterstützen und daraus einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Durch den Einsatz des Handelssystems (bzw. Handelsinfrastruktur) soll ein Händler in der Lage sein, Preise für Produkte zu stellen (sog. “Quote-Maschine”), Geschäfte zu tätigen, Positionen zu erfassen und zu verwalten (in Echtzeit), Risiko zu überwachen und Portfolien zu steuern[4].


[1] Holger Hartmann (2008): Entwicklung von Handelssystemen mittels genetischer Programmierung anhand eines Fallbeispiels, S. 20.[2] Philip Böhme (2004): Transaktionskosten im Aktienhandel: Wettbewerbliche Analyse institutioneller und alternativer Handelssysteme in Europa, S. 22.[3] Nähere Informationen hierzu findet man in der aufsichtsrechtlichen Regelung “MaRisk”. [4] Vgl. Klement, Jochen (2007): Kreditsisikohandel, Basel II und interne Märkte in Banken, Seite 309.

Treasury Systeme

18. August 2008

Die Unterstützung der Aufgabenerfüllung „der Bank in einer Bank“, wie die Abteilung Treasury gelegentlich genannt wird, bedarf es einer Technologie, die mir der Geschwindigkeit der fachlichen Entwicklung  dieses Bereiches (vor allem wegen der Probleme mit der  Abbildung neuer Kapitalmarktinstrumente ) standhalten kann.

Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, dass Treasury Systeme je nach Umfang der Aktivitäten schon wegen der Höhe der erfassten Kapitalbeträge (Millionen- bzw. Milliardenwerte in einer Position) einen ungleich höheren Stellenwert als sämtliche andere Banksysteme haben können.

Daher folgt, dass ein Systemfehler (Bewertung, Erfassung, etc.) gravierende Folgen haben kann. Hierbei kommt auch der in Medien hochgepuschtes Phänomen der Kontrollierbarkeit der Treasury Aktivitäten – diese Kontrolle ist ohne die Anwendung der spezialisierten IT System im Bereich Treasury und Controlling schier unmöglich.

Tatsächlich ist der vorher erwähnte Parameter „Geschwindigkeit der Systemanpassung und –erweiterung“ von großer Bedeutung. Ohne die Fähigkeit neue Finanzinstrumente (zumindest in absehbarer Zeit) abzubilden, verändert  ein System seine Rolle in der Strategie eines Finanzinstitutes: statt die Entwicklung zu fördern, wird es zu einem Stolperstein, die ausgeklügelte Strategies recht effektiv hindern kann. Der typische Ansatz der Nutzung von z.B. Excel für die Abbildung neuartiger Produkte führt zu vergleichsweise hohen Kosten, die sich aus Prozessbrüchen und dem Einsatz von weiterem Personal ergeben.

 

Alte Beiträge wurden gelöscht

16. August 2008

Es ist Zeit etwas Ordnung zu machen - alle alten Beiträge wurden gelöscht.

…Na ja, die Wahrheit ist irgendwie anders.

Beim Ausmisten auf dem Server, wo ein vergessenes Forum durch die automatischen Einträge zu platzen drohte, wurde etwas zu viel gelöscht…

Admin